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wir alle wissen, dass Ihr nicht nur deshalb Musiker geworden seid, weil man damit so viel Geld verdient…im Gegenteil, eigentlich wisst Ihr, dass es eben gerade so NICHT ist!
ABER: Musiker werden Musiker, weil sie einfach Musik machen MÜSSEN! Ihr ganzes Wohl und Wehe hängt davon ab, und deshalb verstehen wir, dass Ihr alles dafür unternehmt, Eure Musik und Eure Arbeit dann eben zur Not auch im Netz zu zeigen – und sei es aus dem Fenster heraus oder vom Balkon herab.
Wir verstehen das, ABER: Bitte überlegt gut,
1.) was das für die Aussenwelt bedeutet:
Die Musik und die Musiker „unterhalten“ die Menschen da draußen gerade, die sich in Schockstarre befinden. Nach einigen Tagen und Wochen wird aus der Starre wahrscheinlich eine gewisse Langeweile, denn was sollen sie auch den ganzen Tag tun? Also sind sie im Netz unterwegs, denn das ist quasi der Kontakt zur Außenwelt. Und jetzt kommt IHR: Ihr unterhaltet, belustigt und erfreut die Menschen, völlig kostenfrei und vermeintlich „solidarisch“ miteinander. Endlich – würden wir aus Beratungssicht sagen, endlich seid Ihr aktiv, endlich zeigt Ihr Euch, werdet kreativ und setzt wirklich alles daran, jetzt gesehen zu werden, es rührt uns fast zu Tränen, ja, auch uns alte Musik-Hasen! Und wir geben Axel Brüggemann von Crescendo Redaktion unumwunden recht, wenn er jetzt sagt: „Grundsätzlich finde ich, dass in diesen Tagen erst einmal alles erlaubt sein sollte, dass die Kritik einfach Mal die Klappe halten soll…“. ABER, er sagt auch: „…Aber langfristig ist diese Debatte sicherlich wichtig und könnte auch für die Zukunft der klassischen Musik existenziell wichtig werden“, er meint die Debatte darum, was das langfristig bedeuten wird, dass Musiker -als unterhaltsames Beiwerk der Krise- die gute Laune aufrechterhalten.
2.) Welche Position Ihr damit einnehmt:
Es tut uns leid, das sagen zu müssen, aber wir müssen alle darauf achten, dass die Musiker nicht zum „Pausenclown“ degradiert werden, sich manchmal auch selbst dazu machen. Ihr dürft nicht nur das positive Bonbon nach den Themen der Tagesschau oder der Tagesthemen werden!
3.) was das für Eure Zukunft bedeuten kann:
Wie schon gesagt, alles sei erlaubt, und im Grundsatz sind wir begeistert, dass Ihr so kreativ und aktiv seid, aber bitte seid wachsam und engagiert für Euch und Eure Kollegen! Es muss jetzt ganz klar gemacht werden, wie schlecht die Gagensituation ohnehin schon ist und jetzt einfach ersatzlos alles wegbricht! Zeigt den Menschen, wie es OHNE Musik, OHNE Theater, OHNE Kultur ist – dann werden sie es wertschätzen. Jetzt (auch noch kostenfrei) Ersatz zu bieten, ist nicht die Lösung! Und nochmal: Wir verstehen Euch sehr gut, aber Ihr müsst darauf aufpassen und darauf achten, denn am Ende müsst Ihr alle von den Verantwortlichen ernst genommen werden!
Kleiner Nachtrag: Und wieder, für alle, die immer noch glauben, es sei nicht so: 22:40 Uhr, 27.3.2020, ZDF, am Ende des heute journals (immerhin), 10 Sekunden Daniel Hope und Max Rabe, die Musiker: zum Ende des „heute journal“, damit nicht alles so traurig enden muss. Nennt es wie Ihr wollt, aber wenn das kein „Nicht Erkennen“ EURES Problems ist!!! Zuvor die Reiseveranstalter, die kleinen wohlgemerkt, die vor dem existenziellen Aus stehen! Garantiert ist das so und es ist schrecklich! Aber wo seid Ihr??? Wo gibt es den (ernsthaften) Beitrag über Eure Existenzsorgen? Und Ihr seid mehr!! Wir wollen, dass das gesehen wird, dass Ihr Euch gegenseitig stützt und solidarisiert, dass das nachhaltig Änderung erfährt. Gerade jetzt!
