Hintergrund

Die Corona-Ausgangsbeschränkungen bestehen in Berlin wie in der gesamten Bundesrepublik seit Mitte März, zunehmende Lockerungen sind nun in Kraft. Für Kunst und Kultur der Stadt bedeutet dies aber nach wie vor einen buchstäblichen Lockdown: geschlossene Theater- und Konzerthäuser, abgesagte Tourneen, Projekträume ohne Projekte, keine Festivals, Lesungen oder Konzerte. Vieles wurde und wird ins Netz verlegt, zahlreiche Streamings von Musik, Theater, Performance oder Tanz sind täglich abrufbar, ganze Opern oder Festivals werden im Internet aufgeführt, Konzertsäle, Galerien oder Museen sind auch virtuell besuchbar. Häufig sind diese Angebote aus Solidarität kostenlos.

Die Bundesregierung ebenso wie der Berliner Senat haben verschiedene Hilfspakete für freischaffende Künstler*innen verabschiedet, die aber bei weitem nicht ausreichen. Ganz abgesehen davon, dass einige der selbstständigen Künstler*innen und Kulturschaffenden nicht in die Zielgruppe passen: So können etwa Künstler*innen, die sich gerade noch im Probenprozess befinden, nicht von einer Honorarausfallvergütung profitieren. Ebenso können Gastschauspieler*innen an Theatern keine Anträge für Soforthilfe für Soloselbstständige stellen, da sie formal einen Vertrag haben, der allerdings nicht eingelöst wird. Und es kommt noch schlimmer: Die meisten freien Künstler*innen und Kulturschaffenden fallen komplett durch das Raster für das Soforthilfe II Programm und seinen strikten Auflagen, die viel zu allgemein für Soloselbstständige geschrieben sind und so die Situation von freien Künstler*innen und Kulturschaffenden überhaupt nicht einbezieht. Allerhand weitere Beispiele wären zu nennen, Fakt ist, zahlreiche Berliner Künstler*innen und Kulturschaffende verdienen gerade gar kein Geld, leben von Rücklagen oder von Geliehenem. Sie sind existenziell bedroht.

So sieht es auch Klaus Lederer, der Kultursenator Berlins: „Ich bekomme Anrufe von Leuten, die nicht wissen, wie sie im nächsten Monat ihre Miete zahlen sollen. Niemand weiß im Augenblick, welche Folgen die Krise zum Beispiel für Off-Kinos, Konzertveranstalter, Lesebühnen, Clubs und die Soziokultur hat und wie sie ihre wegbrechenden Einnahmen auffangen sollen. […] Ich sehe angesichts der existenziellen Bedrohung, der viele freischaffende Künstlerinnen und Künstler ausgesetzt sind, wirklich drängenden Handlungsbedarf.“ (Süddeutsche Zeitung, 17.03.20)

Während andere Bereiche bereits wieder öffnen oder zumindest Lockerungen in Aussicht gestellt worden sind, ist für die Live-Künste bis 31. Juli 2020 alles geschlossen. Danach sind Theaterferien und auch der Sommer mit seinen zahlreichen Festivals und Open-Air-Veranstaltungen entfällt wahrscheinlich. Für viele fallen damit die entscheidenden Einnahmen des Jahres weg. Auch wenn derzeit über Öffnungen für Kunst- und Kulturinstitutionen diskutiert wird und konkrete Konzepte für Theater, Konzertsäle, Kinos, Ausstellungs- und Proberäume (u.v.a.) erarbeitet werden, so sieht es für die meisten Kunst- und Kulturorte dennoch so aus, dass sie erst in der neuen Saison starten können – und dann nicht mit ausgebuchten Häusern. So wurde am 29. Mai angekündigt: „Öffentliche Veranstaltungen in überwiegend öffentlich geförderten Theatern, Konzert- und Opernhäusern dürfen nicht stattfinden“ – voraussichtlich bis 31. Juli 2020. Der anschließende Betrieb muss mit strikten Hygienekonzepten laufen, wobei nur ein Bruchteil des üblichen Publikums eingelassen werden kann und dementsprechend Einbußen bei den Karteneinnahmen entstehen. Das Problem der Finanzierung wird für viele Kunst- und Kulturinstitutionen, aber auch und insbesondere für freischaffende Künstler*innen leider noch über diesen Sommer hinaus bestehen bleiben.

Vor diesem Hintergrund wollen wir uns mit den Berliner Künstler*innen und Kulturschaffenden, die die Hauptstadt weltweit berühmt und attraktiv machen, solidarisch zeigen und ein gemeinsames Festival veranstalten, bei dem alle dabei sind, aber niemand kommt. Wir rufen deshalb auf: Beteiligen Sie sich / beteiligt Euch mit einem Ticketkauf/Spende von 22,00 € (weitere Preise: 11,00 €, 44,00 € oder 95,00 €).

Bis zum Einsendeschluss (23. Juli 2020) können sich freie Künstler*innen und Kulturschaffende aus Berlin bewerben. Die Anträge werden auf Vollständigkeit geprüft, es gibt keine inhaltlichen Kriterien zur Teilnahme. (Die Kriterien zur Bewerbung sind: Berliner Wohnsitz, Steuernummer für Freiberufler*innen, kurze Schilderung der eigenen Lage und keine Hilfe aus der Soforthilfe II.) Geplant ist, die Gelder durch ein Losverfahren zu verteilen, um höhere Summen statt vieler kleiner Summen auszahlen zu können. Unser Ziel ist es, mit dem ausgezahlten Betrag (angestrebt sind 1000,00 € je ausgeloster Person) eine wirkliche Hilfeleistung geben zu können. Helfen Sie / helft dabei, möglichst viele Spenden zu sammeln!

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Die Corona-Ausgangsbeschränkungen bestehen in Berlin wie in der gesamten Bundesrepublik seit Mitte März, zunehmende Lockerungen sind nun in Kraft. Für Kunst und Kultur der Stadt bedeutet dies aber nach wie vor einen buchstäblichen Lockdown: geschlossene Theater- und Konzerthäuser, abgesagte Tourneen, Projekträume ohne Projekte, keine Festivals, Lesungen oder Konzerte. Vieles wurde und wird ins Netz verlegt, zahlreiche Streamings von Musik, Theater, Performance oder Tanz sind täglich abrufbar, ganze Opern oder Festivals werden im Internet aufgeführt, Konzertsäle, Galerien oder Museen sind auch virtuell besuchbar. Häufig sind diese Angebote aus Solidarität kostenlos.

Die Bundesregierung ebenso wie der Berliner Senat haben verschiedene Hilfspakete für freischaffende Künstler*innen verabschiedet, die aber bei weitem nicht ausreichen. Ganz abgesehen davon, dass einige der selbstständigen Künstler*innen und Kulturschaffenden nicht in die Zielgruppe passen: So können etwa Künstler*innen, die sich gerade noch im Probenprozess befinden, nicht von einer Honorarausfallvergütung profitieren. Ebenso können Gastschauspieler*innen an Theatern keine Anträge für Soforthilfe für Soloselbstständige stellen, da sie formal einen Vertrag haben, der allerdings nicht eingelöst wird. Und es kommt noch schlimmer: Die meisten freien Künstler*innen und Kulturschaffenden fallen komplett durch das Raster für das Soforthilfe II Programm und seinen strikten Auflagen, die viel zu allgemein für Soloselbstständige geschrieben sind und so die Situation von freien Künstler*innen und Kulturschaffenden überhaupt nicht einbezieht. Allerhand weitere Beispiele wären zu nennen, Fakt ist, zahlreiche Berliner Künstler*innen und Kulturschaffende verdienen gerade gar kein Geld, leben von Rücklagen oder von Geliehenem. Sie sind existenziell bedroht.

So sieht es auch Klaus Lederer, der Kultursenator Berlins: „Ich bekomme Anrufe von Leuten, die nicht wissen, wie sie im nächsten Monat ihre Miete zahlen sollen. Niemand weiß im Augenblick, welche Folgen die Krise zum Beispiel für Off-Kinos, Konzertveranstalter, Lesebühnen, Clubs und die Soziokultur hat und wie sie ihre wegbrechenden Einnahmen auffangen sollen. […] Ich sehe angesichts der existenziellen Bedrohung, der viele freischaffende Künstlerinnen und Künstler ausgesetzt sind, wirklich drängenden Handlungsbedarf.“ (Süddeutsche Zeitung, 17.03.20)

Während andere Bereiche bereits wieder öffnen oder zumindest Lockerungen in Aussicht gestellt worden sind, ist für die Live-Künste bis 31. Juli 2020 alles geschlossen. Danach sind Theaterferien und auch der Sommer mit seinen zahlreichen Festivals und Open-Air-Veranstaltungen entfällt wahrscheinlich. Für viele fallen damit die entscheidenden Einnahmen des Jahres weg. Auch wenn derzeit über Öffnungen für Kunst- und Kulturinstitutionen diskutiert wird und konkrete Konzepte für Theater, Konzertsäle, Kinos, Ausstellungs- und Proberäume (u.v.a.) erarbeitet werden, so sieht es für die meisten Kunst- und Kulturorte dennoch so aus, dass sie erst in der neuen Saison starten können – und dann nicht mit ausgebuchten Häusern. So wurde am 29. Mai angekündigt: „Öffentliche Veranstaltungen in überwiegend öffentlich geförderten Theatern, Konzert- und Opernhäusern dürfen nicht stattfinden“ – voraussichtlich bis 31. Juli 2020. Der anschließende Betrieb muss mit strikten Hygienekonzepten laufen, wobei nur ein Bruchteil des üblichen Publikums eingelassen werden kann und dementsprechend Einbußen bei den Karteneinnahmen entstehen. Das Problem der Finanzierung wird für viele Kunst- und Kulturinstitutionen, aber auch und insbesondere für freischaffende Künstler*innen leider noch über diesen Sommer hinaus bestehen bleiben.

Vor diesem Hintergrund wollen wir uns mit den Berliner Künstler*innen und Kulturschaffenden, die die Hauptstadt weltweit berühmt und attraktiv machen, solidarisch zeigen und ein gemeinsames Festival veranstalten, bei dem alle dabei sind, aber niemand kommt. Wir rufen deshalb auf: Beteiligen Sie sich / beteiligt Euch mit einem Ticketkauf/Spende von 22,00 € (weitere Preise: 11,00 €, 44,00 € oder 95,00 €).

Bis zum Einsendeschluss (23. Juli 2020) können sich freie Künstler*innen und Kulturschaffende aus Berlin bewerben. Die Anträge werden auf Vollständigkeit geprüft, es gibt keine inhaltlichen Kriterien zur Teilnahme. (Die Kriterien zur Bewerbung sind: Berliner Wohnsitz, Steuernummer für Freiberufler*innen, kurze Schilderung der eigenen Lage und keine Hilfe aus der Soforthilfe II.) Geplant ist, die Gelder durch ein Losverfahren zu verteilen, um höhere Summen statt vieler kleiner Summen auszahlen zu können. Unser Ziel ist es, mit dem ausgezahlten Betrag (angestrebt sind 1000,00 € je ausgeloster Person) eine wirkliche Hilfeleistung geben zu können. Helfen Sie / helft dabei, möglichst viele Spenden zu sammeln!